Schellack für Decke?

wie und womit erreiche ich das gewünschten Finish?
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Schellack für Decke?

#1

Beitrag von viento » 11.09.2026, 19:33

Vielleicht wäre Schellack für eine Gitarrendecke (Fichte) keine schlechte Idee?
Boden und Zargen sind Nitro-gelackt.

Bisher habe ich noch nie mit Schellack gearbeitet.
Könnte ich fertigen Schellack ohne lange Bearbeitungszeit verwenden?
Leicht bernsteinig gefärbt wäre auch eine Idee dazu.
Hochglanz müßte auch nicht sein.

Was könnte jemand empfehlen?
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Re: Schellack für Decke?

#2

Beitrag von Sven » 12.09.2026, 01:09

viento hat geschrieben: ↑11.09.2026, 19:33 Vielleicht wäre Schellack für eine Gitarrendecke (Fichte) keine schlechte Idee?
Boden und Zargen sind Nitro-gelackt.
Schellack für eine Fichtendecke ist eine hervorragende Idee! Und die Kombination mit Boden und Zarge in Nitro ist durchaus üblich
viento hat geschrieben: ↑11.09.2026, 19:33 Bisher habe ich noch nie mit Schellack gearbeitet.
[...]
Wenn du bisher noch nie mit Schellack gearbeitet hast, dann solltest du nicht direkt mit Deiner Gitarre starten.
Besorg dir ein Brett aus weichem Holz zum Üben, dass ungefähr die selbe Fläche wie die Gitarrendecke hat.

Schellack gibt es bei Dictum:
https://www.dictum.com/schellack-astra-250-g/810030
Den Alkohol dazu haben die auch:
https://www.dictum.com/ethanol-alkohol-96-1-l/810039

Verwende keinen Brennspiritus.

Wie man nun den Schellack anmischt, wie man den Ballen macht, wie man den Ballen führt, wie nass oder trocken der Ballen sein muss, etc. etc., dazu gibt es hier im Forum viele Informationen, und auf Youtube gibt es unzählige Videos. Nimm dir die Zeit, solche Videos anzusehen.
Ich selbst habe im Baubericht zu meiner zweiten Gitarre etwas zu Schellackierung geschrieben. Allerdings ist meine Methode der Schellackierung abweichend zu dem , was man sonst so liest oder in Videos gezeigt bekommt. Nimm das also bitte nicht als einzige Informationsquelle.


Sven
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Re: Schellack für Decke?

#3

Beitrag von viento » 12.09.2026, 01:32

Sven, ich danke Dir ganz herzlich!

Nach langem Überlegen habe ich mich heute entschlossen, die Schellack Lackierung der Gitarrendecke zu machen.
Ich habe das dazu bestellt:

Schellack Möbellack Hochglanz Klavierlack Möbel Pinsel Lackstift Gitarre Geige (Orange/ Gold)
s-l1600.jpg
Den Pinsel brauche ich nicht, ich nehme einen Ballen zum Verreiben und hoffe, daß das dann auch richtig klappt.
Gespannt bin ich schon.
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Re: Schellack für Decke?

#4

Beitrag von viento » 25.09.2026, 17:22

Normalerweise klebe ich die Stelle für den Steg mit dünnem Tape ab, damit der Tightbond dort nur Holz hat.
Dann ziehe ich den Tape ab und leime den Steg an.

Nur, was mache ich, wenn ich die Decke mit Schellack versehe? Dannn ist ja außer Schellack auch Alkohol im Spiel, der den Tape wahrscheinlich anlöst. Oder sollte ich den Steg vorher anleimen und erst danach den Schellack aufbringen? Der Steg würde dabei etwas stören, denke ich
(Der Stegeinsatz ist falsch rum eingesetzt, kommt aber weg, da aus Plastik...)
IMG_9457.JPG
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Re: Schellack für Decke?

#5

Beitrag von 100WChris » 25.09.2026, 19:38

Hi,
da kannst da einfach drüber polieren!
beste Grüße
Chris

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Re: Schellack für Decke?

#6

Beitrag von viento » 25.09.2026, 19:44

Danke Chris, ich werde wohl den Steg vorher anleimen und danach die Decke mit dem Schellack einrubbeln. Wenn der Steg was abbekommt schleif ich mit feinem Sandpapier dann drüber.
Freundlicher Gruß!

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Re: Schellack für Decke?

#7

Beitrag von 100WChris » 25.09.2026, 20:44

Klar, geht beides! Ich finde das polieren in die Ecken umständlicher, aber es geht natürlich auch.
beste Grüße
Chris

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Re: Schellack für Decke?

#8

Beitrag von Sven » 25.09.2026, 21:17

Hallo Viento,

ich bleibe bei meinem ursprünglichen Rat, die erste Schellackpolitur nicht auf der Gitarre zu machen, sondern auf einem Brett zum Üben.
Dabei kannst dann auch gleich Dein Tape mittesten und sehen, ob es empfindlich auf Alkohol reagiert.

Sven
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Re: Schellack für Decke?

#9

Beitrag von HolzHeißIch » 25.09.2026, 22:15

Ich hab bis jetzt immer nach dem Lackieren den Schellack unterm Steg und Griffbrett mit einer scharfen Klinge freigekratzt. Das hat auch gut geklappt. Dann hat man eine schöne freie Fläche zum Polieren.
Ansonsten glaube ich auch kaum, dass der Schellack für das Tape ein Problem ist.

Vor meinen ersten Versuchen hatte ich mir die Serie von diesen netten Herren angeschaut (in den weiteren Videos der Serie kann man gut sehen, dass er auch abgeklebt hat): https://youtu.be/Uf4z14Vjkxk
Vorallem hat mich beeindruckt, wie er im besten Hemd ohne sich vollzukleckern mit Epoxy und Schellack hantiert :)
Viele Grüße
Johann

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Re: Schellack für Decke?

#10

Beitrag von viento » 25.09.2026, 23:24

Danke für Eure Ratschläge, die ich befolgen werde. Ich habe noch ein Stück des Holzes der Decke und werde daran das Abkleben und Lackieren probieren.

Das Abkleben bringt nichts .Der Schellack läuft ein Stück unter das Klebeband - wie das Foto zeigt.
IMG_9462.JPG
Ich muß den Steg vorher anleimen und dann in die umlaufenden Kanten "reinpolieren" obwohl das nicht ganz leicht zu sein scheint.
Vielleicht hat jemand da einen Tipp...?

Ich habe das Klebeband benutzt
61vMX7O2RSL._AC_UL640_QL65_.jpg

Vielleicht gibt es ein besseres Band?
Malerklebeband aus dem Markt werde ich noch probieren.

>>Vielleicht liegt das Unterlaufen aber am fertigem gekauftem Schellack? Der ist sehr dünnflüssig!
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Re: Schellack für Decke?

#11

Beitrag von Sven » 26.09.2026, 17:25

Ich habe ganz normales Maler-Abklebeband aus dem Baumarkt verwendet:
https://www.gitarrebassbau.de/viewtopic ... 50#p156035


Sven


viento hat geschrieben: ↑25.09.2026, 23:24 Danke für Eure Ratschläge, die ich befolgen werde. Ich habe noch ein Stück des Holzes der Decke und werde daran das Abkleben und Lackieren probieren.

Das Abkleben bringt nichts .Der Schellack läuft ein Stück unter das Klebeband - wie das Foto zeigt.IMG_9462.JPG
Ich muß den Steg vorher anleimen und dann in die umlaufenden Kanten "reinpolieren" obwohl das nicht ganz leicht zu sein scheint.
Vielleicht hat jemand da einen Tipp...?

Ich habe das Klebeband benutzt
61vMX7O2RSL._AC_UL640_QL65_.jpg


Vielleicht gibt es ein besseres Band?
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Re: Schellack für Decke?

#12

Beitrag von viento » 26.09.2026, 18:26

IMG_9463.JPG
Ich habe eben noch ein paar Proben aufgeklebt und mit Schellack umstrichen. Das blaue und das violette sind von 3M, die anderen Tesa . Morgen werde ich sehen, welches ok ist.
Falls das alles nicht klappt, muß ich wohl oder übel den Steg zuerst aufkleben und sehen, wie ich an den Stegkanten verfahre.
Nitrolack ist da viel entgegenkommender... Vielleicht ist selbst gemachter Schellack da auch besser? (think)
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Re: Schellack für Decke?

#13

Beitrag von 100WChris » 26.09.2026, 23:00

Ich nutze auch einfaches Malerklebeband aus dem Baumarkt, wie Sven.
Für mich sieht das aus, als hättest Du da kräftig mit dem Pinsel aufgetragen?
Soviel wirst Du bei der eigentlichen Politur nie in einem Durchgang aufbringen.
beste Grüße
Chris

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Re: Schellack für Decke?

#14

Beitrag von viento » 26.09.2026, 23:49

Chris, da hast Du richtig gesehen, ich habe den kleinen Pinsel am Schraubverschluß genommen (#3) und nicht an Lack gespart.
Vielleicht sollte ich mit ´nem Ballen probieren.

Ich habe meine Frau schon nach einem entsprechendem Stück Baumwollstoff gefragt und Watte ist auch noch im Medikamentenschränkchen vorhanden . :D
Freundlicher Gruß!

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Re: Schellack für Decke?

#15

Beitrag von HolzHeißIch » 27.09.2026, 13:24

Den Steg zuerst anzukleben macht sich für die Schellackpolitur eigentlich nicht so gut, weil man mit durchgängigen Bewegungen die Fläche polieren möchte - da stört so ein Steg schon ein bisschen.
Wie schon oben erwähnt, ist auch eine gängige Methode die Fläche gar nicht abzukleben und nach dem lackieren freizukratzen.
Ansonsten lässt sich sicherlich auch der unter das Klebeband geflossene Schellack leicht wegkratzen ...
Viele Grüße
Johann

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Re: Schellack für Decke?

#16

Beitrag von kehrdesign » 27.09.2026, 13:46

viento hat geschrieben: ↑26.09.2026, 18:26 Nitrolack ist da viel entgegenkommender... Vielleicht ist selbst gemachter Schellack da auch besser? (think)
Wenn man Schellack mit dem Pinsel aufträgt, dann in verdünnter Form zum Einlassen, also zur Erstbehandlung von unbehandeltem Holz. Im Gegensatz zu Nitro-Lack trägt man Schellack in vielen, vielen hauchdünnen Schichten mittels Ballen auf.
Es gibt da sicherlich unterschiedliche Meinungen, aber in deinem Fall würde ich den Steg erst aufleimen und dann mit der Schellack-Prozedur beginnen wie folgt.
  • Einlassen mit dem Pinsel (incl. Steg).
  • Klassischer Ballenauftrag ohne Öl mit für die Ecken gut ausgeformtem Ballen. (ggf. 1-2 Mal mit Bimsmehl und Zwischenschliff)
  • Wenn leichter Glanz erreicht ist, kann man den Steg so belassen und für die weitere Behandlung abkleben.
  • Wenn der Ballen anfängt zu stocken, geht's dann unter Zuhilfenahme von Polieröl weiter bis zum Erreichen des gewünschten (Hoch-)Glanzgrades und dem abschließenden Auspolieren.
Hierzu gibt's unzählige YT-Videos wie bspw. dieses und folgende:

https://www.youtube.com/watch?v=g_gYUzQcbAs

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Re: Schellack für Decke?

#17

Beitrag von 100WChris » 27.09.2026, 16:11

ich kann den schon genannten YouTube-Kurs von Pablo Requena empfehlen:
https://www.youtube.com/playlist?list=P ... aMCGJa8FPu
beste Grüße
Chris

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Re: Schellack für Decke?

#18

Beitrag von kehrdesign » 27.09.2026, 16:25

100WChris hat geschrieben: ↑27.09.2026, 16:11 ... YouTube-Kurs von Pablo Requena empfehlen
Ja okay, der Beitrag beinhaltet aber statt des klassischen Einlassens und Füllens (mit Bimsmehl) die neuere Epoxy-Füllmethode. ... ehrlich gesagt ist mir diese Beitragsserie auch etwas zu langatmig.

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Re: Schellack für Decke?

#19

Beitrag von viento » 27.09.2026, 16:44

Herzlichen Dank für Eure Unterstützung!

Ich hatte eigentlich nur die Fichtendecke meiner neuen Gitarre mit einer hauchdünnen Schellack-Schicht überziehen wollen.Die muß nicht dick und hochglänzend lackiert werden. Das habe ich jetzt auch noch vor, wobei ich den Lack noch etwas bräunlich/ gelb tönen will.
Aber unter dem Strich geht mir solche Schellack Arbeit -besonders mit selbst angerührtem Lack- nicht aus den Gedanken und vielleicht benutze ich das auch noch auf einer gesamten Gitarre weil die Farben durch den Lack und den Glanz fantastisch werden. Bei meinem jetzigen Bau müßte ich nur vorher den Nitrolack, der auch noch bearbeitet werden müßte, von den Zargen und dem Boden abschleifen ...mal sehen...(dance a)
Freundlicher Gruß!

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Re: Schellack für Decke?

#20

Beitrag von HolzHeißIch » 27.09.2026, 18:48

kehrdesign hat geschrieben: ↑27.09.2026, 16:25
100WChris hat geschrieben: ↑27.09.2026, 16:11 ... YouTube-Kurs von Pablo Requena empfehlen
Ja okay, der Beitrag beinhaltet aber statt des klassischen Einlassens und Füllens (mit Bimsmehl) die neuere Epoxy-Füllmethode. ... ehrlich gesagt ist mir diese Beitragsserie auch etwas zu langatmig.
Mir hat das schon sehr geholfen. Als letztes habe ich Riegelesche mit Schelllack lackiert. Probeweise hatte ich mit Bimsmehl die Füllung versucht - das war gar nicht von Erfolg gekrönt. Für den Profi ist das sicherlich kein größeres Problem, aber bei mir hat das gar nicht funktioniert - zumindest bei so großen Poren wie bei der Esche.
Die epoxy-Variante war am Ende überraschend einfach. Auch das Abschleifen ging schnell von der Hand. Aber na klar, irgendwie auch schade, dass man sich am Ende doch noch Plaste auf die Gitarre schmiert.

Ja die Serie ist schon langatmig, aber auch gut gefüllt mit Tips und Tricks, z.B. wie man einen Ballen richtig formt um in die Ecken zu kommen.
Viele Grüße
Johann

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Re: Schellack für Decke?

#21

Beitrag von viento » 29.09.2026, 15:23

Langsam wird´s etwas:
Ich habe grade bei Dictum Schellack und Ethanol bestellt, die Sven oben angegeben hat.
Ich muß noch einen Ballen machen,dann kann es losgehen.
Die Nitroschicht schleife ich vorher ab damit der Schellack haften kann.
Gespannt bin ich schon... (think)

die soll lackiert werden:



Es leben Mirka und die Schleiffliese von denen!
Ich habe die Nitroschicht gestern und heute abgeschliffen und bin froh,
das mit der Mirka Deos (Foto= etwas zu groß) und Abranet zu machen. Die beiden helfen, Zeit und Muskelkraft zu sparen.
Demnächst kommen die Schichten Schellack drauf...
> Bimsmehl habe ich auch bestellt.
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